► AUSSTELLUNG
12. Juni bis Mitte Dezember 2010
Museumsverbund Pankow
Kultur- und Bildungszentrum Sebastian Haffner, Ausstellungshalle
Prenzlauer Allee 227/228, 10405 Berlin
Öffnungszeiten: Sa - Do 10.00 - 18.00 Uhr
Eintritt frei.
► BUCH
Verzaubern will dieses Buch und Einblicke
geben in die hundertjährige Geschichte von Berliner Lesben und Schwulen
in den nord-östlichen Stadtteilen Pankow, Prenzlauer Berg und Weißensee.
Es berichtet von den Anfängen in der Kaiserzeit, der Weimarer Republik
und der existenzbedrohenden Situation während des Nationalsozialismus.
Beispiele belegen, wie die homosexuelle Szene in Ost-Berlin trotz
repressiver Maßnahmen der Stasi lebte und liebte. Lesben und Schwule,
Bisexuelle , Transvestiten und Transsexuelle ließen sich nie
unterkriegen, schafften sich Nischen, setzten Marken in der Kunst,
Literatur und im Theater und kämpften für ihre Rechte als Menschen und
Bürger egal unter welcher Staatsform. Noch bietet der neue
Verwaltungsbezirk Pankow als drittes Szenezentrum neben Kreuzberg und
Schöneberg in Berlin eine pulsierende Mischung aus altem Osten und neuem
Westen . Verzaubert in Nord-Ost erzählt seine Geschichte.
Das Buch ist im Rahmen einer
Projektgruppe des Sonntags-Clubs unter Leitung des Berliner Historikers
Dr. Jens Dobler entstanden. Das Nachwort schrieb Holger Siemann
Verzaubert in Nord-Ost: Geschichte
der Berliner Lesben und Schwulen in Prenzlauer Berg, Pankow, Weissensee
(Broschiert, Hrsg. Sonntags-Club), 320 Seiten, 978-3867871358, 20€
Inhaltsverzeichnis (.pdf)
► PRESSE
SIEGESSÄULE: „Verzaubert in Nord-Ost“: gelungene
Eröffnung
SIS 11.6. – Warm, wärmer, die
Verzaubert-Ausstellung! „Nächstes Mal sollten wir die Bäderbetriebe als
Sponsoren gewinnen”, meinte Kurator Dr. Jens Dobler angesicht der
schweißtreibenden Temperaturen in den Räumen des Museumsverbundes
Pankow. Dort wurde gestern die Ausstellung „Verzaubert in Nord-Ost“
eröffnet, die schwullesbisches und transgender Leben der letzten rund
100 Jahre im Bezirk Pankow (ehemals Weißensee, Pankow und Prenzlauer
Berg) sichtbar werden läßt. Organisiert wurde sie vom Sonntags-Club in
Kooperation mit dem Museumsverbund Pankow und dem Schwulen Museum.
Der Geschäftsführer des Sonntags-Clubs Michael Unger, Kurator Dr. Jens
Dobler und der Pankower Bezirksbürgermeister Matthias Köhne (SPD)
freuten sich, die Ausstellung endlich eröffnen zu können, an der seit
2005 gearbeitet wurde. Zum Auftakt gab der schwule Chor „Männer-Minne“
drei Lieder von Bruno Balz zum Besten. Dieser zählt zu den
erfolgreichsten deutschen Liedtextern („Kann denn Liebe Sünde sein“) und
verhalf unter anderen Zarah Leander zum Erfolg. Auch seine
Lebensgeschichte wird in der Ausstellung erzählt. Erst schmachtend, am
Ende schwungvoll verhalf Männer-Minne so manchen Besuchern zu einer
Gänsehaut.
Die Räume des Museumsverbandes waren mit circa 200 Besuchern und
Besucherinnen bis zum Bersten gefüllt. Auch Bezirksbürgermeister Köhne
war von der Ausstellung gegenüber siegessaeule.de angetan: „Ich bin
überrascht, dass man so viel gefunden hat und auch so viel fühlt.“
Entgegen der Anweisung der Senatsverwaltung für Inneres an die zwölf
Berliner Bezirke, die Regenbogenflagge nur am 19. Juni zur CSD-Demo zu
hissen, werde diese schon zum Stadtfest am Pankower Rathaus hängen,
verkündete er darüber hinaus.
Etliche Besucher waren von der Größe der Ausstellung beeindruckt.
Neuberlinerin Beate: „Der Raum ist zwar klein, aber die vier Blöcke sind
klar in Jahrzehnte unterteilt.“ Urberliner Christan R., der auch im
ersten schwulen Film der DDR „Coming Out“ (1989) mitspielte, meinte, für
ihn sei das meiste bekannt, aber es sei gut, alte Freunde zu treffen. Zu
sehen ist in der Tat eine gelungene Ausstellung. Die schwullesbische und
transgender Kiezgeschichte wird modern und informativ dargestellt.
Einzelne Lebensgeschichten werden anschaulich erzählt. Flyer, Fotos und
Briefe dokumentieren Alltag und Politik der jeweiligen Zeit, die sich
auch in Pankow mal hoffnungsfroh, mal dramatisch düster für Lesben,
Schwule und Transgender gestaltete. (nl/gf)