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Aufnahmen: |
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Kafka, Kanzler und da knackt nichts
Feature von Holger
Siemann, 2010 |
Im
April 2001 fand B. auf seiner Mobiltelefon-Rechnung merkwürdige Angaben: Zu
jeder gewählten Telefonnummer war eine zweite, immer gleiche Nummer
angegeben. Wenn man dort anrief, meldete sich eine Stimme: "Dies ist ein
geschlossenes System. Sie haben keine Berechtigung" |
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Ratten sind charmante Leute
Feature von Holger
Siemann, 1998 |
Ratten sind widerlich und, klug, niedlich und häßlich, sie sind Schädlinge und Delikatesse, , Haustier und Pestüberträger. Im chinesischen Jahr der Ratte macht sich Holger Siemann ober-, unter- und überirdisch auf die Suche nach der Wahrheit: Können Ratten 14 Stockwerke in einer senkrechten Abwasserleitung emporklettern? Fressen sie Kindern die Ohren ab und Elefanten Löcher in die Beine? Bringt man sie besser mit Gift oder Flammenwerfer um? Zahlreiche Ratten und ihre Menschen geben Antworten auf diese und viele andere Fragen. |
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Und morgen in das kühle Grab
Feature von Holger
Siemann, 1999 |
„Der Tod
ist meine letzte und unwiderrufliche Niederlage, wo soll da die Würde
herkommen?“, fragt der Autor sich und die Autorin antwortet: „Aus den Nähe
betrachtet, verliert das Sterben den sprachlos machenden Schrecken“. Christa
Kowalski und Holger Siemann unternehmen eine Reise ans Ende des Lebens und
erzählen davon aus ihrem jeweiligen, durch 25 Lebensjahre unterschiedenen
Blickwinkel. Sie begegnen Sterbenden und ihren Pflegern, Angehörigen und
professionellen Sterbehelfern und stellen Fragen: Spüren wir das Nahen des
Todes? Wie fühlt sich das Sterben an? Was können wir gegen Schmerzen und
Einsamkeit tun? Wer hilft, wenn wir nicht mehr leben wollen? Was geschieht
nach unserem Tod mit unserem Körper?
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Der blaue Prinz
Feature von Holger
Siemann, 1992 |
1990 stand ich, im Jahr nach dem Mauerbau in
Leipzig geboren, mit angehaltenem
Atem vor dem Schaufenster eines Reisebüros und las: "Agadir, 400 DM". Einen Monat zog ich mit meinem
Mikrophon durch Marokko. Ich besuchte Städte mit den Namen von Träumen:
Casablanca, Marrakesh, Tanger, begegnete Menschen, die unglaublich arm
waren, ärgerte mich, weil ich mir einen Teppich aufgedrängen ließ und
verliebte mich. Ich kehrte zurück nach Berlin, ein bisschen traurig, aber
das Radio nahm meine Geschichte sofort. Ich dachte: weil die Leute hören
wollen, wie es im exotischen Marokko ist. Jahre später erst erzählte mir der
Redakteur, wie amüsiert er von meiner Naivität war: Wessis kannten das, der
Maghreb-Boom war lange vorbei und natürlich sind die da unten arm. |
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Ich sitze hier schon seit acht Minuten
Feature von
Holger Siemann, 2003 |
Unsere Jüngsten im Bundestag sehen älter aus als sie sind,
möchten nichts lieber als erwachsen sein und ernst genommen werden. Jenseits
der Kameralichter und öffentlichen Auftritte wirken sie durchsichtiger. Sie sind
noch nicht so glatt bei der Selbstdarstellung, noch nicht so abgeklärt beim
Legendenstricken, noch nicht so cool beim Schaumschlagen wie die Großen. Während und nach ihren ersten Wahlkämpfen für die große Politik zwischen 1999 und 2003 erzählen die (damaligen) Politikanfänger Andrea Nahles, Katherina Reiche und Hubertus Heil von den Mühlen der Politik, von Zwängen, Unmöglichkeiten, Geduld und dem Bohren dicker Bretter. |
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Kinderschreck und Ehrenbürger
Feature von
Holger Siemann, 2004,
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Von Draußen dringt der Lärm eines Brückenbaus in den Versammlungssaal der Görlitzer Vierradenmühle. Der Redner lässt sich nicht beirren, er hält totz
seiner 88 Jahre den Kopf erhoben und schaut aus einem braun gebrannten Gesicht munter und freundlich in die Runde. Dieses markante Profil mit dem Schnurbart war jahrzehntelang mit schöner oder unschöner Regelmäßigkeit, das hing ganz vom politischen und
geografischen Standpunkt des Betrachters ab, in den Zeitungen und Nachrichtensendungen beider deutscher Staaten zu sehen. „Bundesvorsitzender der Landsmannschaft Schlesien“, „Abgeordneter“ oder „Vertriebenenpolitiker Dr. Herbert Hupka“ hieß er bei den einen, Erzrevanchist oder der Ewiggestrige Hupka bei den anderen. Nach der Wende ist es stiller
geworden um ihn, so still, dass die Nachricht, er sei Ehrenbürger in Ratibor geworden, eher Ratlosigkeit ausgelöst hat. Ratibor ist Herbert Hupkas Heimatstadt, heißt heute Raciborz und liegt in Polen. Was ist geschehen?
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