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Songtexte im Programm von Christine Lather |
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Liebes Leben – Lieder für den Tod
Christine Lather | Gesang Boris von Poser | Regie
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Heut Nacht hat mich der Tod besucht Text: H.Siemann | Musik: W.Böhmer *
Guten Morgen liebes Leben
Adieu mein Lieber
Himmel und Hölle
Idioten So ist es uns
ergangen Das Leben ist ein
Fenster So möchte ich nicht
begraben sein Crysantemen Sie sind nur
ausgegangen (aus Kindertotenlieder) Es ist ein Schnitter |
Heute geh ich nach Haus W. Ambros | G. Danzer
Der Traum vom Fliegen Ich werde dich
lieben Carmens Schrei Phantom Apfelböck Wenn ein Mensch lebt Ich hab die Nacht
geträumet D Strass von i dra
wohne * Uraufführung Musikstücke Tarantella Oblivion |
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Heut Nacht hat mich der Tod besucht Heut Nacht hat mich der Tod besucht, er war ein Herr mit einem netten Lachen der reichte mir die Hand und sprach: Lass uns was Schönes machen
Er schnippste leicht mit seiner reich beringten Hand, die Musikanten spielten laut in allen Ecken und schöne Menschen sprangen rings umher, die Tische ächzten unter goldenen Gedecken, ein Thron ward beigebracht zu meiner Ehr.
Er setzte mir die ziselierte Krone auf und dekorierte mich mit blitzenden Juwelen. Er hüllte mich in feingewirktes Tuch und bat, was immer ich begehre, zu befehlen. das reizte mich zu baldigem Versuch.
Ich winkte ihm: Komm nah zu mir! und lass uns langsam tanzen, er sah mich an, ich schmolz dahin, schon schwebte ich in festem Griff es schwoll mir Brust und ihm der Kamm es schrumpften die Distanzen
Ich fühlte mich so jung und schön mit langen, schlanken Beinen des Todes Haut war zart und fest sein Duft war nicht von dieser Welt wir liebten lang und wühlten uns tief in das frische Leinen
Er war so zärtlich, einfühlsam und wunderbar, dann löste er die Arme, die ihn fest umschlangen. Vielleicht... bestimmt! hätt ich den Schritt gewagt und wär mit meinem schönen Tod davongegangen - hätt´ er mich nur danach gefragt!
Ich wachte auf mit wirrem Haar und auf zerknülltem Laken in meinem Bauch ein spitzer Schmerz in meiner Brust das rasend Herz in meinem Kopf die dumpfe Angst - kein Glückstraum ohne Haken.
Heut Nacht hat mich der Tod besucht, er war ein Herr mit angenehmem Wesen Nun wächst sein Kind in meinem Bauch ich werde nicht genesen...
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Wir saßen lang und rauchten viel beim Wein, egal war mir, dass es den Teint verdirbt. Wir lachten, unter anderm über´s Wort vom Seemann, der des nassen Todes stirbt, brennt man am heißen Kerzenseelenschein die Zigarette an, dann gingst Du fort.
Adieu, mein Lieber, mach es gut, pass auf dich auf und fahr nicht gar zu schnell, und ruf mich an, wenn Du gut angekommen bist! ich weiß, ich bin nicht grad originell doch bitt ich Dich, dass Du den Anruf nicht vergisst
Am Neumondfreitag war´s, da kreuzte sie, die schwarze Nachbarskatze, Deinen Weg, und schaute mich unendlich traurig an! Ich geb auf so was nichts und überleg: Es ist ja nur ein dummes Vieh. Da schreit prompt eine Eule was sie kann!
Adieu, mein Lieber, mach es gut, pass auf dich auf und fahr nicht gar zu schnell, und ruf mich an, wenn Du gut angekommen bist! ich weiß, ich bin nicht grad originell doch bitt ich Dich, dass Du den Anruf nicht vergisst
Ich bin die Nacht erwacht von einem Alb ich war auf einem Berg, mit einem Kind, ich rief es, doch es hörte nicht auf mich es rutschte, fiel und eisig blies der Wind, den Körper sah ich dunkel unterhalb im weißen Schnee und weinte fürchterlich
Adieu, mein Lieber, mach es gut, pass auf dich auf und fahr nicht gar zu schnell, und ruf mich an, wenn Du gut angekommen bist! ich weiß, ich bin nicht grad originell doch bitt ich Dich, dass Du den Anruf nicht vergisst
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„Der Nachbar kommt nicht mehr zurück“ sprach Paps, „doch lebt sein Geist zum Glück!“ Der Nachbar war so lieb gewesen und hat mir Märchen vorlesen.
Ich sprach mit ihm in stiller Nacht, was ich am Tage so gedacht, darunter manche Heimlichkeit, die Antwort war – der Nachbar schreit:
„(Ich hab genau gesehen wie Du popelst! Das ist eklig! Das ist sooo eklig!)“
Ich weiß, man soll nichts Böses sagen, von Menschen, die verstorben sind doch gibt´s auch unter Toten Idioten!
An einem Grab stand ich und sann, da kommt ein Leichenzug heran und sammelt sich zur Totenfeier, am Grabmal der Familie Meier
die Menschen schwarz in Tüll und Seide, die Augen rot, die Stirn wie Kreide, Bunt nur und lang behaart der Sohn. Da ruft es aus dem Sarg mit Hohn
„(Bevor Du Dir nicht die Haare hast schneiden lassen, lege ich mich nicht zur Ruhe, ich nicht!!)“
Ich weiß, man soll nichts Böses sagen, von Menschen, die verstorben sind doch gibt´s auch unter Toten Idioten!
Ich war auf einer Segeltour, mit meinem Freund, wir beide nur Wir waren noch sehr jung an Jahren, ganz aufgeregt und unerfahren
die Sonne rot, das Meer atlantisch und alles war enorm romantisch Nun, kurz und gut: Es ist passiert, doch plötzlich ruft wer sehr pikiert
„(im Namen aller Schweizerischer Ertrunkener sage ich Euch): so öppis unaaständigs macht me doch nöd“
Ich weiß, man soll nichts Böses sagen, von Menschen, die verstorben sind doch gibt´s auch unter Toten Idioten!
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Wenn Du zur Lebzeit nicht brav bist, mein Kind, dann kommst Du nachher in .... den Himmel!
dort sitzen die Engel in reinlichen Kitteln und zittern vor Flecken und vor dem Zerknitteln sie sind nämlich täglich am Bügeln und Waschen und nix ist mit „wohlig Ambrosia vernaschen“ die Harfen desgleichen, sie haben zu blitzen wenn Engel auf feuchtkalter Nebelbank sitzen und klimpern im Takt, selbst wenn wieder mal oben die Herren mit Donner und Blitzen rumtoben
Doch wenn Du zur Lebzeit recht brav bist, mein Kind, dann darfst Du nachher in... die Hölle!
dort brennen die Feuer, die hellen, die heißen, als erstes kannst Du Deine Kleider wegschmeißen dann kannst Du Dir selbst Deinen Whirlpool aussuchen und ist er schon voll, darfst Du hemmungslos fluchen Du drehst Dich in wilden, verdorbenen Tänzen mit feurigen Teufel mit riesigen Schwänzen, das heizt bis die Gier und die Leidenschaft kocht, und dann wirst Du mit einem Dreizack gelocht!
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Unter meinem Kanapee liegt seit vielen Jahren, ein äußerst dummer Schundroman... ein Zufall wars, ich sah hinein und schmiss ihn fort! Er liegt noch dort! Mein Mann wird tränenvoll erfahren was heimlich ich gelesen hab´, Oh Gott, vielleicht schon Morgen! Das Ding muss ich entsorgen!
Ich bin bereit, das Leben kann ich lassen, Ich habe aufgeräumt, mein Haus ist, wie man sagt, bestellt geordnet sind die Teller und die Tassen ich gehe jetzt...
Doch warte, warte Tod, ich hab noch was zu tun! Es ist sehr wichtig und es braucht nur wenig Zeit! Warte Tod, danach bin ich bereit! Nur dieses noch, dann will ich ewig ruhn!
Unter meinem Negligee, hinter den Geschenken im alten dunklen Kleiderschrank, im grauen Pappkarton und fast noch unbenutzt liegt ein Gerät... Mein Gott, was wird er denken was ich damit getrieben hab´? Was mach ich für Geschichten? Ich muss das Ding vernichten!
Ich bin bereit, das Leben kann ich lassen, Ich habe aufgeräumt, mein Haus ist, wie man sagt, bestellt geordnet sind die Teller und die Tassen ich gehe jetzt..
Doch warte, warte Tod, ich hab noch was zu tun! Es ist sehr wichtig und es braucht nur wenig Zeit! Warte Tod, danach bin ich bereit! Nur dieses noch, dann will ich ewig ruhn!
Links in meinem Separee, versteckt in den Romanen, sind Verse, die ich einem schrieb, der meine erste Liebe war. Er ist längst tot. Mein Mann weiß nichts und könnte ein Verhältnis ahnen. Doch streich ich nicht, was ich geliebt: Ich lass die Verse rahmen und ändre bloß den Namen.
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ach, wie lieb´ ich diese Sorgen, die der Tag bringt. Zugegeben: Ich war letzte Nacht zu bang. Scheint mir nun die Sonne wieder ins Gesicht, sing ich gern das Froheste der Lieder! Doch wie lang doch wie lang doch wie lang hört er mich noch? Ich kenne das von durchwachten Nächten mit meinen kleinen Kindern, wenn sie hohes Fieber hatten. Sie waren heiss, mit nassen Haaren, roten Gesichtchen und haben geschrien, oder der Atem ging unregelmässig. Ich wusste nicht wie gefährlich es wirklich war. Und in der Nacht war alles viel schrecklicher. Da war es eine riesen Erleichterung, wenn der Tag kam. Das ganze Grauen war weg. Man konnte ja, wenn nötig zum Kinderarzt gehen. Alles rückte von selbst wieder ins rechte Licht. Guten Morgen, liebes Leben, ach, wie lieb´ ich diese Sorgen, die der Tag bringt. Zugegeben: Ich war manches Mal zu bang. Schien mir dann die Sonne wieder ins Gesicht sang ich gern das Froheste der Lieder. Doch wie lang doch wie lang doch wie lang ist das schon her?
Manchmal mitten in der Nacht, da treibt mich etwas aus dem warmen Bett, weg vom vertrauten, atmenden Mann. Ich schliesse die Tür hinter mir, weil ich für mich sein muss. Ich sitze dann auf dem Fensterbrett und schaue in die Sterne und habe Heimweh. Aber wonach? Ich bin ja zu Hause. Eine neue Liebe? Verwirklichung in der Kunst? Mit den Jahrringen, die ich ansetze wird klarer, dass es damit nichts zu tun hat. Irgendwo in der Seele gibt es eine Erinnerung an ein anderes Sein, ein Sternweh. Guten Morgen, liebes Leben, ach, wie lieb´ ich diese Sorgen, die der Tag bringt. Zugegeben: Ich bin manche Nacht zu bang. Scheint mir nun die Sonne wieder ins Gesicht sing ich gern das Froheste der Lieder! Doch wie lang doch wie lang doch wie lang kann ich das noch? |
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