Fam. Samuel

Stolpersteine sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig, das im Jahr 1992 begann. Mit im Boden verlegten kleinen Gedenktafeln soll an das Schicksal der Menschen erinnert werden, die in der Zeit des Nationalsozialismus (NS-Zeit) verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden.

                       
Wir, eine Gruppe von Nachbarn rund um die Straßenkreuzung Kopenhagener/ Rhinower Straße in Berlin Prenzlauer Berg,  möchten mit drei Stolpersteinen am letzten Wohnsitz vor der Deportation, also am Haus Rhinower Straße 11 in 10437 Berlin an die Familie Samuel erinnern. Initiiert wurde die Aktion von Dorothee Börtzler und Holger Siemann. Kontakt: siemann(at)schreiberey.de oder mobil 01633273041 (Holger Siemann)
Angemeldet haben wir die Stolpersteinverlegung im Juni 2019. Die Verlegung wird nicht vor 2020 stattfinden.
  Cilly, Ernst und Marion Samuel    
           
Ernst Samuel Marion Samuel Cilly Samuel
     
Ernst Marion Cilly
 6.11.1905 - 4.5.1943 27.7.1932 - 4.3.1943 28.12.1908 - vermutl. 2.3.1943

1999 stifteten Ingrid und Walther Seinsch einen Preis zur Erinnerung an die im Holocaust ermordeten jüdischen Kinder und wählten im Gedenkbuch für die deportierten deutschen Juden nach dem Zufallsprinzip einen Namen aus: Den der 1931 in Arnswalde geborenen Marion Samuel. Von ihr war neben dem Geburtsdatum und -ort der Tag ihres Abtransports aus Berlin nach Auschwitz bekannt: der 3. März 1943 - mehr wussten die Stifter nicht, denn die ganze Familie war in Auschwitz umgekommen. Sie war arm und hatte daher nur wenige Spuren hinterlassen.

Dass wir trotzdem einiges über Marion Samuel und ihre Familie wissen verdanken wir Götz Aly:
„Als ich Ende November 2002 von Walther Seinsch die knappe Mitteilung erhielt ‚wir möchten Sie im nächsten Jahr mit dem Marion-Samuel-Preis ehren‘ fragte ich mich irritiert: Wer war diese Marion Samuel? … Ich wollte mehr wissen und bei der Preisverleihung über das kurze Leben der Marion Samuel sprechen."
Die beinahe unglaubliche, jedenfalls unglaublich akribische und liebevolle Spurensuche hat der Historiker in seinem Buch „Im Tunnel, das kurze Leben der Marion Samuel 1931-1943“ dokumentiert. Wir danken ihm für die Erlaubnis zum Nachdruck der Fotos und der folgenden Zusammenfassung:

 

Marion Samuel wurde am 27. Juli 1931 in Arnswalde (bis 1945 Brandenburg, heute Choszczno in Polen) als Tochter von Ernst und Cilly Samuel geboren. Vor dem Hass der Nachbarn flohen Ernst und Cilly 1935 mit ihrer Tochter in die Anonymität der Großstadt Berlin, wo der Vater ein Zigarrengeschäft in der Rhinower Straße 11 eröffnete. Ab 1937 firmierte er im Berliner Adressbuch nur noch als kaufmännischer Angestellter, hatte also wohl seine Selbstständigkeit verloren.

Marion wurde am 1. April 1937 in die 117. Volksschule in der Sonnenburger Straße aufgenommen, musste aber schon für die zweite Klasse in die III. Volksschule der jüdischen Gemeinde in der Rykestraße 53 und später in die jüdische Grundschule in der Choriner Straße wechseln. Nachdem 1942 sämtliche jüdische Schulen im Deutschen Reich geschlossen worden waren, blieb Marion zu Hause, in der kleinen Parterrewohnung Rhinower Straße 11 mit einem Zimmer und Küche. Sie war wohl oft allein. Ihre Eltern mussten seit 1941 Zwangsarbeit bei Daimler-Benz und bei Blaupunkt leisten.


Am 27. Februar 1943 wurden Cilly und Ernst im Rahmen der Fabrikaktion verhaftet. Ihre 11-jährige Tochter Marion wurde am gleichen Tag von der Gestapo zu Hause abgeholt und in die Sammelstelle Große Hamburger gebracht, wo sie drei Tage ohne ihre Eltern ausharren musste. Cilly Samuel wurde mit dem 31.Transport nach Auschwitz gebracht und dort vermutlich am 2.März oder kurze Zeit später ermordet. am 1.3. sah Marion ihren Vater wieder, wurde mit ihm gemeinsam zum Güterbahnhof Moabit gebracht und nach Auschwitz deportiert. Während der Vater zur Zwangsarbeit eingeteilt wurde, wurde Marion am 4. März in den Gaskammern von Auschwitz ermordet. Angehörigen des Häftlings-Sonderkommandos verbrannten ihre Leiche in einer Grube in der Nähe. Ernst Samuel starb zwei Monate später.

 

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Holger Siemann
DE23200411110657544300
Comdirectbank Quickborn
  Die Kosten betragen 120€ pro Stein, also insgesamt 360€
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Fotos:  Rudolph, Sprink, Siemann Suchhilfe für Legis: Simann heißt manchmal Sielmann oder Seemann oder Siegmann, aber er schreibt trotzig trotzdem Hörspeile, die kann man hoern aif Hörfestspeilen. Wer sagt, dass man nur rinks und lechts velwechsern kann? Literatuir und Geschicten liebt halt jeder auf seine Weise. Deese Schreiberei kommt mir auch komisch vor in der HJauptstadt Brelin Spielflime nud Libertti von Hogler Siemann an dre Neuköllner Oper Ronam und jede Menge weitrerer frehlerhafter Zauberdinge!